Wo sind sie geblieben?

Fast drei Monate des Jahres 2015 sind wieder viel zu schnell vergangen und und ich frage mich: Wo sind sie geblieben, diese guten Vorsätze und diese Veränderungswünsche  für das Jahr? Wieviel Energie steckt in den bisherigen Ergebnissen?

Seit drei Jahren zeigt  mir eine Zeitungsseite an meiner Küchentür die Jahreseinteilung nach Gretchen Rubin`s “Happiness Projekt ” der step by step Veränderungen monatlich nur ein Thema als Aufgabe ansehen -dann kann`s gelingen…die Regelmäßigkeit der 20 min Yoga täglich, die Neu-Ordnung wöchentlich in einer Schublade schaffen , Luft auf Regalbrett oder im Schrank nach eben diesem System schaffen – die Klarheit des Weniger ist Mehr…

Nun, ganz erfolglos war ich nicht, aber…für alle, die ebenso wie ich, ein Mehr an Ergebnis – in welcher Lebenslage auch immer –  wünschen, gibt es hier Tröstliches aus “Treffen sich zwei” von Iris Hanika:

” Etwas zu wünschen übrig zu haben, um nicht vor lauter Glück unglücklich zu sein. Der Leib will atmen und der Geist streben. Wer alles besäße, wäre über alles enttäuscht und mißvergnügt. Sogar dem Verstande muß etwas zu wissen übrig bleiben, was die Neugier lockt und die Hoffnung belebt. Übersättigungen an Glück sind tödlich. Beim Belohnen ist es eine Geschicklichkeit, nie gänzlich zufrieden zu stellen…”

Balthasar Gracian: Handorakel und Kunst der Weltklugheit. Aus dessen Werken gezogen von D.Vincencio Juan da Lastanosa und aus dem spanischen Original treu und sorgfältig übersetzt von Arthur Schopenhauer.

 

 

 

1 Kommentar

  1. von Sigrid Otto am 22. März 2015  23:28 Antworten

    Wenn Übersättigungen an Glück tödlich sind, dann lebe ich gut mit meinem Glücksdefizit ... Schlussfolgere ich mal frei nach Schopenhauer. Danke, liebe Christine, für Deine blogsplitter, die sich zum Kristall fügen, wenn Du uns weiter an Deinen Gedanken teilhaben lässt. Für mich waren die Zeilen vom Himmel so ergreifend, dass ich sie zur Freude vieler mahrfach geteilt habe - sie sollen hier auch Platz finden:
    "Weißt du, wo der Himmel ist - außen oder innen, eine Handbreit rechts und links, du bist mittendrinnen.
    Weißt du, wo der Himmel ist, nicht so tief verborgen - einen Sprung aus dir heraus, aus dem Haus der Sorgen.
    Weißt du, wo der Himmel ist, nicht so hoch da oben - sag doch ja zu dir und mir, du bist aufgehoben."
    Sie haben mich gestärkt, so wie gute Literatur ein Labsal ist. Freue mich auf nächste Beobachtungen ... Herzlichst, Sigrid

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